|
 |
| Mineralöl |
 |
Mineralölverbrauch in Deutschland 2010
Der Ölverbrauch in Deutschland erhöhte sich 2010 insgesamt um gut 1 % auf rund 4.727 PJ; dies entspricht ungefähr dem Mittelwert der letzten vier Jahre. Der Zuwachs wäre höher ausgefallen, wenn nicht die Beimischungen von Bio-Kraftstoffen, aber auch die Rückflüsse von der Petrochemie, die vom Primärenergieverbrauch Mineralöl abgezogen werden, um etwa 1 Mio. t (12 %) gestiegen wären. Der geringere Eigenverbrauch der Raffinerien und der Rückgang des Bitumenabsatzes drosselten zusätzlich den Bedarfsanstieg im Jahr 2010.
Die Absatzentwicklung 2010 verlief bei den einzelnen Hauptprodukten sehr unterschiedlich:
- Der Absatz von Dieselkraftstoff und leichtem Heizöl erhöhte sich um jeweils rd. 4 % auf 32 bzw. 21 Mio. t. Die anziehende Konjunktur und der weitere Anstieg des Bestands an Diesel-PKW ließ die Dieselnachfrage nun mehr im fünften Jahr zunehmen.
- Dagegen profitierte das leichte Heizöl im Jahr 2010 von einem Basiseffekt, d. h. dem kräftigen Rückgang im Vorjahr um rund 14 %, und den deutlich geringeren Außentemperaturen im Jahr 2010. Andererseits stiegen die Verbraucherpreise für leichtes Heizöl im Jahresdurchschnitt 2010 um mehr als 25 % (Dieselkraftstoff: +13 %), wodurch die Ablieferungen gebremst worden sind.
- Der Benzinabsatz ging im elften Jahr in Folge nochmals zurück, und zwar um 0,5 auf 19,7 Mio. t, ein Drittel weniger als 1999 und 2,6 % weniger als 2009. Strukturelle Faktoren, wie ein verringerter Bestand an Otto-Pkw, aber auch die Benzinverteuerung waren die wesentlichen Ursachen.
- Auch die Nachfrage nach Flugkraftstoffen ist - ähnlich wie in den beiden Vorjahren - im Jahr 2010 erneut gesunken (1,7 %). Hierzu trugen die Sperrung des Flugverkehrs im Mai 2010 aufgrund der mit dem Ausbruch des isländischen Vulkans Eyjafjöll entstanden Aschewolke sowie der frühe Wintereinbruch Ende 2010 bei.
- Das schwere Heizöl wurde in den letzten 10 Jahren zunehmend am Wärmemarkt verdrängt und durch andere Energieträger substituiert. So wurden 2010 mit 5,2 Mio. t nochmals rund 4 % weniger abgeliefert als 2009. Etwa 70 % des Verbrauchs entfielen 2010 auf die nichtenergetische Verwendung, einem vergleichsweise stabilen Verbrauchssegment.
- Die boomende Konjunktur in der Petrochemie ließ den Bedarf an Rohbenzin, aber auch an Flüssiggas, den wichtigen Einsatzstoffen für die Erzeugung von Äthylen, Propyläen u. a., um insgesamt 1,4 Mio. t (knapp 8 %) steigen.
Quelle: Energieverbrauch in Deutschland im Jahr 2010 (Hrsg. AGEB)
|
Mineralölmarkt in Deutschland
Obwohl der gesamte Ölverbrauch in Deutschland im Jahr 2010 zugenommen hat, wurde die Raffinerieerzeugung um etwa 5 % reduziert; daran waren Anlagen zur Rohöl- wie zur Produktenverarbeitung beteiligt. Ein wesentlicher Grund hierfür war der ganzjährige Stillstand einer Großraffinerie, die vor allem für den Produktenexport produzierte.
In der gesamten deutschen Raffineriekapazität von nominal knapp 118 Mio. t ist diese Anlage noch enthalten, sodass sich die Raffinerieauslastung rechnerisch um etwa 4 Punkte auf rund 81 % verminderte.
Die internationalen Ölpreise, die nach einem Höchstwert von über 140 US $ je Barrel ($/bbl) im Juli 2008 bis Ende 2008 auf einen Tiefstand gesunken waren, sind 2009 und 2010 tendenziell wieder deutlich gestiegen. So wurde die Rohölsorte Brent UK (Nordsee) im Dezember 2010 mit über 91 $/bbl notiert; eine höhere Notierung war zuletzt für September 2008 zu verzeichnen. Im Jahresdurchschnitt verteuerte sich das genannte Rohöl von 62 $/bbl im Jahr 2009 um rund 29 % auf 79 $/bbl im Jahr 2010.
Da sich der Wechselkurs des Euro gegenüber dem US-Dollar im Jahresdurchschnitt von 1,3933 Euro auf 1,3268 Euro verschlechterte, stieg der deutsche Rohölimport-Preis in Euro mit 37 % noch stärker als der Weltmarktpreis für Rohöl, und zwar von 325 €/t (2009) auf vorläufig 445 €/t im Jahr 2010. Für die Rohölimporte mussten entsprechend im Jahr 2010 nahezu 10 Mrd. Euro mehr bezahlt werden als im Vorjahr (Anstieg von 31,8 auf 41,6 Mrd. Euro).
Die Preise für Ölprodukte in Deutschland folgten weitgehend den höheren Rohölkosten und der internationalen Verteuerung für Mineralölprodukte, allerdings mit unterschiedlichen Raten:
- Leichtes und schweres Heizöl verteuerten sich überdurchschnittlich stark mit 23 % (von rund 53 auf 65 Cent/Liter) bzw. 30 % (291 Euro/t auf 378 Euro/t); sie waren damit allerdings noch immer billiger als 2008 (leichtes Heizöl: 77 Cent/Liter; schweres Heizöl: 384 Euro/t).
- Der Preis für Superbenzin stieg 2010 zwar nur um 11 %, doch war mit 142 Cent/Liter im Jahresmittel der bisher höchste Preis für Eurosuper an deutschen Tankstellen zu verzeichnen.
- Dieselkraftstoff wurde 2010 im Jahresdurchschnitt mit 122 Cent/Liter verkauft (13 % teurer als 2009), weniger als im Rekordjahr 2008 (134 Cent/Liter).
Gemessen am Erzeugerpreisindex verteuerten sich die Mineralölerzeugnisse insgesamt im Jahresdurchschnitt 2010 in Deutschland um knapp 17 % gegenüber dem Vorjahr.
Quelle: Energieverbrauch in Deutschland im Jahr 2010 (Hrsg. AGEB)
|
Aktueller Rohölpreis
|
Weitere Informationen erhalten Sie gerne in einem persönlichen Gespräch mit uns bzw. unter folgenden Links:
|
 |
[nach oben] [Seite drucken] |
|
 |

eta Energieberatung GbR
Löwenstraße 11
85276 Pfaffenhofen an der Ilm
Tel.: +49 (0) 84 41-49 46-0
Fax: +49 (0) 84 41-49 46-40
E-Mail:
|
 |
|