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Mineralöl
Mineralölverbrauch in Deutschland 2009

Mineralöl Mit insgesamt rund 108 Mio. t war der - statistisch erfasste - Verbrauch von Mineralöl im Jahr 2009 um etwa 5 % niedriger als im Vorjahr und damit der geringste Wert für das vereinte Deutschland. Wesentliche Ursachen für den Rückgang waren die erhöhten Beimischungen von Bio-Kraftstoffen (+46 %), Basiseffekte beim leichten Heizöl sowie die negative Wirtschaftsentwicklung im Jahr 2009.

Hinzu kommen folgende produktspezifische Faktoren:
  • Die Absatzentwicklung für leichtes Heizöl war 2009, wie in den beiden Vorjahren, von erheblichen Schwankungen gekennzeichnet. Während im 1. bis 3. Quartal die Ablieferungen noch um über 1 % zunahmen, verminderte sich die Nachfrage im 4. Quartal 2009 drastisch um rund 43 %. Maßgeblich für diese gegenläufige Entwicklung war zunächst der weitere Rückgang der Heizölpreise, der die Verbraucher veranlasste, Bestände über Vorjahresniveau aufzubauen. Erst zum Jahresende 2009 wurde bei steigenden Preisen und kälterer Witterung die Bevorratung des Vorjahres geringfügig unterschritten. Insgesamt wurden 2009 knapp 21 Mio. t leichtes Heizöl nachgefragt, 13,3 % weniger als 2008.
  • Abweichend von den Veränderungen in den EU-Nachbarstaaten erhöhte sich der statistisch ausgewiesene Verbrauch an Dieselkraftstoff (einschließlich der Beimischungen an Bio-Diesel) um 1,1 Mio. t (oder 3,7 %) auf 31 Mio. t. Wird allerdings der reine Bio-Diesel (einschl. Pflanzenöl), der unvermischt und direkt an die Verbraucher abgeliefert wird, hinzuaddiert, so stagnierte der Verbrauch insgesamt bei 31,4 Mio. t in den Jahren 2008 und 2009. Diese Entwicklung entspricht dem nur schwach steigenden Diesel-Pkw-Bestand und der rückläufigen Verkehrskonjunktur in Deutschland.
  • Der seit zehn Jahren andauernde Rückgang des Benzinverbrauchs in Deutschland schwächte sich in 2009 weiter ab. Es wurden rd. 0,4 Mio. t oder 1,9 % weniger Ottokraftstoff abgeliefert als 2008. Wegen der "Abwrackprämie", aber auch aufgrund fallender Benzinpreise (-7,6 %) dürften der Bestand an Otto-Pkw und die entsprechenden Fahrleistungen schwächer gesunken sein als in den Vorjahren.
  • Erstmals seit 2002 verminderten sich die Ablieferungen an Flugkraftstoff im Jahr 2009 um absolut 2,7 % oder 0,2 Mio. t auf 8,7 Mio. t. Sowohl die Zahl der Passagiere als auch der Flugbewegungen waren geringer als 2008. Als Folge der internationalen Wirtschaftskrise dürften vor allem weniger Geschäftsflüge gebucht worden sein.
  • Auch der Absatz für die übrigen Ölprodukte war überwiegend rückläufig, z. B. Rohbenzin (-3,0 %), schweres Heizöl (-8,3%), Schmierstoffe (-22,4 %), Petrolkoks ( -37,6 %). Hier wirkte sich die Rezession in relevanten Branchen, wie Petrochemie, Eisen und Stahl, Kraftwerke unmittelbar aus.

Quelle: Energieverbrauch in Deutschland im Jahr 2009 (Hrsg. AGEB)

Mineralölmarkt in Deutschland

Da die deutsche Rohölförderung mit 2,7 Mio. t (2009) weniger als 3 % des Rohöleinsatzes in Raffinerien ausmachte, mussten auch 2009 erhebliche Rohölimporte getätigt werden; allerdings sanken die Rohölimporte von 105,2 Mio. t (2008) auf 98,2 Mio. t im Jahr 2009.

Die internationalen und nationalen Ölpreise sind nach dem drastischen Rückgang im 2. Halbjahr 2008 im Verlauf des Jahres 2009 tendenziell erneut gestiegen. Sie waren jedoch im Jahresdurchschnitt 2009 deutlich geringer als im Vorjahr. So wurde die Rohölsorte Brent UK (Nordsee) am internationalen Markt im Jahresdurchschnitt 2008 mit 97 Dollar je Barrel (bei einem monatlichen Spitzenwert im Juli 2008 mit rund 133 US-$/bbl) gehandelt, während es im Mittel des Jahres 2009 mit knapp 62 US-$/bbl etwa 36 % weniger waren.

Quelle: Energieverbrauch in Deutschland im Jahr 2009 (Hrsg. AGEB)

Aktueller Rohölpreis

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