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Erdgasverbrauch in Deutschland 2010
Der Erdgasverbrauch in Deutschland stieg 2010 um 4,2 % auf 3.063 PJ. Damit wurde das Verbrauchsniveau vor der Wirtschaftskrise, bei allerdings niedrigeren Temperaturen, wieder ereicht. Die Entwicklung 2010 war im Jahresverlauf zweigeteilt: Nach der kräftigen Steigerung im ersten Halbjahr um 12 % war der Verbrauch im zweiten Halbjahr, bei wieder anziehenden Gaspreisen und wegen auslaufender Sondereffekte, um 4 % rückläufig. Die Durchschnittstemperatur lag mit 8,01 ºC deutlich unter der des Vorjahres; 2010 war das kälteste Jahr seit 1996.
Die bisher erkennbaren Verbrauchstendenzen in den Verwendungssektoren des Erdgases stellen sich wie folgt dar:
- Die niedrigen Temperaturen in den ersten Monaten des Jahres sowie am Jahresende sorgten für einen höheren Absatz auf dem Wärmemarkt.
- Der Erdgasverbrauch der privaten Haushalte sowie der Gewerbe- und Dienstleistungsunternehmen (GHD-Sektor) stieg in Folge der kälteren Witterung um rund 4 %. Der Bestand an Erdgasheizungen blieb annähernd gleich. Insgesamt waren am Jahresende 2010 rund 18,7 Mio. Wohnungen oder 49 % des Bestands mit einer Erdgasheizung ausgestattet. Bei den zum Bau genehmigten neuen Wohnungen lag die Erdgasheizung bei einem Marktanteil von 50 %. Das war etwa ein Prozentpunkt weniger als im Vorjahr. Dazu trug auch der Wettbewerb durch alternativ Heizsysteme bei, die in den vergangenen Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen haben. Noch Anfang des Jahrhunderts entfielen rund drei Viertel aller Baugenehmigungen auf Erdgas; 2007 waren es noch rund zwei Drittel.
- Im Zuge der positiven konjunkturellen Entwicklung wuchs auch die Erdgasnachfrage der Industrie um schätzungsweise 5 %.
- Die im ersten Halbjahr deutlich belebte Nachfrage nach Erdgas für die Stromerzeugung schwächte sich in der zweiten Jahreshälfte ab. Insgesamt wurden 6 % mehr Erdgas zur Stromerzeugung eingesetzt. Der Erdgasanteil an der gesamten Brutto-Stromerzeugung betrug fast 14 %.
Am gesamten Primärenergieverbrauch war Erdgas, wie in den Vorjahren, mit knapp 22 % beteiligt. Das gesamte Erdgasaufkommen wuchs 2010 gegenüber dem Vorjahr um 1,5 % auf 1.080 Mrd. kWh (auf Brennwertbasis). Die Erdgasimporte Deutschlands stiegen um knapp 4 %, die inländische Förderung nahm um nahezu 13 % ab. Somit basierte das gesamte Erdgasaufkommen zu 11 % auf deutscher Förderung (2009: 13 %) und entsprechend zu 89 % auf Einfuhren. Wichtigstes Lieferland blieb Russland mit einem nahezu gleichbleibenden Anteil von 33 % (2009: 32 %). Der Anteil Norwegens am deutschen Erdgasimport belief sich wie im Vorjahr auf 29 %. Der niederländische Anteil wuchs auf 22 % (2009: 20 %). Die restlichen 5 % verteilten sich auf Dänemark, Großbritannien und andere Länder (2009: 6 %). Insgesamt stammten wieder um zwei Drittel des Erdgases aus Lagerstätten in Westeuropa.
Quelle: Energieverbrauch in Deutschland im Jahr 2010 (Hrsg. AGEB)
Gasmarkt in Deutschland
Die Entwicklung der Importpreise für Erdgas folgt schon wegen der engen Ölpreisbindung weitgehend derjenigen für Rohöl. Dies allerdings mit einer mehr oder weniger langen zeitlichen Verschiebung. So gingen die Importpreise für Erdgas seit Ende 2008 bis zum August 2009 zunächst kräftig zurück, nahmen anschließend aber wieder spürbar zu. Insgesamt waren die Importpreise für Erdgas im Jahr 2009 um reichlich ein Fünftel niedriger als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Im Jahr 2010 hielt der Preisanstieg an. So waren die Importpreise für Erdgas im November 2010 (aktuellere Werte liegen nicht vor) um 28,4 % höher als im entsprechenden Vorjahresmonat. Im Jahresdurchschnitt 2010 dürften die Preise jedoch wegen der sehr hohen Grenzübergangswerte im ersten Halbjahr 2009 unter dem Vorjahreswert liegen. So lag der Erzeugerpreisindex für die Erdgas-Verteilung im Jahr 2010 um mehr als 8 % niedriger als 2009.
Der Entwicklung der Importpreise folgten mehr oder weniger ausgeprägt auch die inländischen Abgabepreise. Gemessen am Index der Erzeugerpreise (Inlandsabsatz) haben sich die Erdgaspreise für alle Verbrauchergruppen seit Ende 2008 bis in das 4. Quartal 2009 hinein durchweg vermindert. Seither ist es auch hier zu einem erneuten Preisanstieg gekommen. Im Dezember 2010 waren die Gaspreise für industrielle Abnehmer mit einer Jahresabgabe von 116,3 Mio. kWh, wie für jene mit 500 Mio. kWh und mehr um über 16 % höher als im Dezember 2009; im Jahresdurchschnitt fielen sie allerdings bei den erstgenannten Industrieverbrauchern um fast 9 % niedriger, bei den industriellen Abnehmern mit einer Abgabe von 500 Mio. kWh und mehr, allerdings um 4,6 % höher aus als im Vorjahr. Bei den Haushalten waren die Preise im Dezember 2010 nur um 2,5 % höher als im Dezember 2010, im Jahresvergleich aber um fast 9 % niedriger; ähnlich sah die Situation beim Handel und Gewerbe aus. Bei den Kraftwerken waren die Erzeugerpreise für die Erdgasabgabe im Jahresvergleich um 2,4 % niedriger, im Vergleich der Dezembermonate aber um 9,5 % höher.
Quelle: Energieverbrauch in Deutschland im Jahr 2010 (Hrsg. AGEB)
Theoretisch ist der Gasmarkt in Deutschland liberalisiert, aber momentan ist von einem freien Wettbewerb nur wenig zu spüren. Auch mit der Einführung der Regulierungsbehörde waren keine Preisstürze wie bei Telekommunikation oder Strom verbunden. Das neue Netzzugangsmodell ist weiterhin kompliziert und intransparent. Neuen Marktteilnehmern wird der Netzzugang nicht leicht gemacht. Trotz dieser Hindernisse können wir vielfach die Gasbezugskonditionen für unsere Kunden verbessern.
Die eta Energieberatung bietet unverbindliche und kostenlose Informationen hierzu an. [Produktblatt Tarifberatung]
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